Am 27. Verhandlungstag im Prozess in Oslo hat die Staatsanwaltschaft für Marius Borg Høiby eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten gefordert. In dem Verfahren, das am 3. Februar begann und vor dem Bezirksgericht fortgesetzt wird, werden ihm 42 Anklagepunkte vorgeworfen: von Drogenhandel und Gewalt in engen Beziehungen bis hin zu mehreren Fällen sexueller Gewalt, darunter vier Fälle mutmaßlichen „Sex im Schlaf“. Die Staatsanwaltschaft beantragt, den Angeklagten in 39 Punkten für schuldig zu befinden.

Die Staatsanwältin ging detailliert auf einzelne Episoden ein: Als schwere Anklagepunkte wurden vier Fälle mutmaßlicher Gewalt im Zeitraum von 2018 bis 2024 genannt (für jeden Vorfall wurden orientierende Strafen zwischen zwei und drei Jahren vorgeschlagen) sowie der Transport von etwa 3,5 kg Marihuana im Sommer 2020. Gesondert betrachtet wurden Episoden häuslicher Gewalt gegen die sogenannte „Frogner-Frau“, bei denen von schweren Körperverletzungen und Würgen die Rede ist.

Die Anklagebehörde betont, dass bei einer Häufung von Straftaten in der norwegischen Rechtspraxis das Prinzip der Strafschärfung greift, weshalb die Gesamtforderung höher ausfallen könne als die Summe der Einzelstrafen. Høiby selbst bestreitet die Vorwürfe der Gewalt; verteidigt wird er von den Anwälten Ellen Holager Andenæs und Petar Sekulic. Der Richter erörterte zudem mögliche Zusatzmaßnahmen – ein zweijähriges Kontaktverbot zu den Geschädigten, den Entzug der Fahrerlaubnis sowie Geldstrafen für einzelne Episoden.
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