Kronprinzessin Elisabeth von Belgien ist das Ziel einer groß angelegten KI-Kampagne geworden: Auf einem gefälschten Facebook-Profil, das sich als ihr Account ausgab, wurden über mehrere Wochen hinweg fabrizierte Fotos und Videos veröffentlicht. Obwohl in dem gefälschten Account sogar ihr Name falsch geschrieben war, glaubten tausende Nutzer den Beiträgen – das Profil sammelte insgesamt etwa 28.000 Follower, und jeder Beitrag erhielt hunderte Likes und Kommentare. Unter den Inhalten befanden sich sowohl harmlose gefälschte Aufnahmen mit Mitgliedern der königlichen Familie und anderen europäischen Prinzen als auch sexualisierte Clips, darunter ein besonders anstößiges Video.

Der Königliche Palast reagierte schnell und ergriff Maßnahmen zur Entfernung des gefälschten Accounts; das Profil ist derzeit nicht mehr erreichbar. Der Brüsseler Anwalt Étienne Verri wies darauf hin, dass der Palast sich wahrscheinlich direkt an das soziale Netzwerk gewandt habe. In Belgien gibt es bisher keinen eigenen Straftatbestand für Deepfakes, jedoch kann sich die Verteidigung auf bereits geltende Normen stützen – Veröffentlichung ohne Einwilligung, Verbot von Voyeurismus sowie Paragraphen zu Stalking und Belästigung.

Dies ist nicht der erste derartige Fall mit Elisabeth: Vor einem Jahr kursierte im Netz ein KI-generiertes Foto, das sie angeblich im Urlaub mit Prinz Georg von Liechtenstein zeigte, was Vertreter des Fürstenhauses zu einer Widerlegung zwang. Die Kronprinzessin, geboren 2001, ist die älteste Tochter von König Philippe und Königin Mathilde und steht seit ihrer Kindheit im Mittelpunkt der Öffentlichkeit.
